
Memoiren eines Thronanwärters - Barack Obama hat nicht vorhergesehen, dass er einmal ins Rennen um die Präsidentschaft der Vereinigten Staaten einziehen würde, als er sich entschloss, seine Erinnerungen zu ordnen und aufzuschreiben. Hätte er damit gerechnet, dann wären seine Bücher ganz anders ausgefallen. Seine Berater hätten nie zugelassen, dass mit solcher Offenheit und einem so unzensierten Maß an Selbstkritik, derart persönliche Seiten der Öffentlichkeit zugänglich gemacht würden. Was da steht, das kann man nicht mehr zurücknehmen. Umso wichtiger sind diese Bücher heute, wo die Chancen hoch sind, dass er eine der mächtigsten Positionen der Welt einnehmen wird. Wir sind es gewohnt in der Politik nach Strich und Faden belogen und manipuliert zu werden. Obama ist also nicht nur wegen seiner Hautfarbe ein Phänomen, aufgrund seines geringen Alters eine Ausnahmeerscheinung und in seiner Intelligenz eine wohltuende Abwechslung zu Bush. Wer seine Bücher liest, kann sich von diesem Mann ein Bild machen, als würde es sich um einen Nachbarn handeln, mit dem man jahrelang gute Beziehungen gepflegt hat. Der Mensch Obama erschließt sich uns hier aus den vielen, sehr reflektiert geschilderten Begebenheiten. In ihrer Vielschichtigkeit und Offenheit wirken sie unmittelbar authentisch. Die Entwicklung eines außergewöhnlichen Charakters wird nachvollziebar. Hier wird uns nicht gesagt, was wir über ihn denken sollen. Sein Ringen mit seinen Schwächen wird ebenso thematisiert, wie die Problematik seiner Rassenzugehörigkeit. Und das alles ohne den geringsten Werbecharakter. Diese Bücher sind unbedingt empfehlenswert für jeden, der sich eine eigene Meinung bilden möchte. Ja die Bücher laden den Leser geradezu ein dies zu tun. In einem Europa, das nur zu gern den Amerikanern Klischees überstülpt, sind Barack Obamas autobiographische Texte vielleicht besonders hilfreich.
Obama - Neuerer oder Medienexperte ? - Dieser aufstrebende Präsidentschaftskandidat wird jeden Tag für das weltweite Publikum interessanter. Noch vor einem guten halben Jahr, im Herbst 2007, äußerten sich die großen deutschen Nachrichtenmagazine eher abfällig über Obama. Sie unterstellten ihm mangelnde Rednerfähigkeiten und ein wirres Wahlprogramm, ja schlimmer: gezielten Minderheitenstimmenfang! Heute, Monate später, sieht man Obama in einem anderen Licht, dem des erfolgreichen Politikers, der es versteht, Millionen von amerikanischen Wählern auf seine Seite zu ziehen! Sein Sieg über die mächtige Clique der Clintons, sein genialer Werbeauftritt im Internet, seine Geheimwaffe Familie und immer wieder die faszinierende Verkörperung eines neuen Amerikas! Das Buch ist sehr spannend zu lesen, die Erzählung über diesen aufstrebenden Amerikaner schwarzer Hautfarbe, dem der Ruf eines Ausnahmepolitikers vorauseilt. Spannend, energiegeladen und in fesselnder Weise mitreißend, erfährt man dann den ungewöhnlichen Werdegang dieses beeindruckenden Menschen: seine Kindheit in ärmlichen Verhältnissen in Hawaii, seine große Familie, die heute noch größtenteils in Entwicklungsländern lebt. Schon nach den ersten Seiten wird dem Leser klar, daß dieser Barack Obama das Zeug zum Präsidenten des mächtigsten Landes der Welt hat und wenn dem so sein sollte, kann man große Veränderungen in der Weltpolitik erwarten. Er strahlt auf jeder Seite des Buches das neue Amerika aus, das gerechte, optimistische Amerika, das sich von den kriegerisch-kapitalistischen Politikern wohltuend distanziert. Hier geht es wieder um menschliche Werte, um Frieden und Harmonie. Ich finde es persönlich extrem befriedigend, daß eines der rassistischten Länder der Erde, wo es noch vor 30, 40 Jahren unmöglich gewesen wäre, einen Farbigen in leitender Position zu sehen, es heute als normal empfindet, daß ein Farbiger die Geschicke der Nation leiten könnte! Welch eine Niederlage für die ewig Rechten, für die KKKler und auch, in entgegengesetzter Weise, für die zahllosen afrikanischen Staaten, die nach einem halben Jahrhundert der Unabhängigkeit, diese Toleranz und diese erstaunliche geistige Beweglichkeit der Amerikaner nicht nachvollziehen können! Barack Obama ist tatsächlich die Personifizierung des amerikanischen Traumes und bis zum Schluß des Buches ist man von seinem Leben und seinem Schicksal gebannt! Er erinnert mich in seinem Wesen an einen anderen Helden unserer Zeitgeschichte, dem Pater Pedro Opeka in Madagaskar: genau wie er hat er die Leitmaxime, daß der Willen eines Menschen Berge versetzen kann und es uns auch allen vormacht! Ob Präsident oder nicht, der Politiker Obama ist heute schon der Stellvertreter des neuen Amerikas und Hoffnungsträger für die ganze Welt!Wir alle werden von der Politik dieses Mannes beeinflußt werden, ob wir es wollen oder nicht. Schon deshalb ist dieses ungemein spannende, politische Buch eigentlich schon eine Pflichtlektüre, denn so könnte das Amerika von morgen aussehen!
Der Mann isr richtig gut! - Um es gleich zu sagen: Ich habe Die Hoffnung wagen nur auf englisch gelesen: The Audacity of Hope. Ich kann also nichts über die Übersetzung sagen, sondern nur das Buch loben:Es ist großartig. Obama schreibt nicht nur einen geschliffenen, sehr gut lesbaren Stil. Er ist ein Mensch, wie ich ihn mir auch für Deutschland wünsche: ehrlich, selbstkritisch, auf eine sehr angenehme Art moralisch, erstaunlich unabhängig von Lobbyisten, gängigen Meinungen, Pressure-Groups. Auch denen der amerikanischen Schwarzen, die ihm vorwerfen, dass er nicht unterprivilegiert ist, nicht aus einer Familie ehemaliger Sklaven stammt.In Die Hoffung wagen beschreibt er seinen Wahlkampf um einen Sitz im US-Senat. Es erschien in den USA schon 2006. Hier verbindet Barack Obama sehr einleuchtend Rückblicke auf sein persönliches Leben als Sohn einer weißen Mutter und eines Kenianers, der die Familie zwei Jahre nach Baracks Geburt verließ, mit der Beschreibung seiner Wahlkampfziele - ein besseres Leben für die Bewohner der Inner-City-Slums. Gleichgültig, welche Hautfarbe sie haben. Mit besserer ärztlicher Versorgung und ganz besonders einer besseren Ausbildung für die Kinder.Das liest sich nicht sehr amerikanisch, denn die europäischen Unterschicht hat - von der medizinischen Versorgung mal abgesehen - ganz ähnliche Probleme, und Hoffungslosigkeit, bedingt durch hilflose oder schlechte Lehrer und Schulen, überforderte Eltern und Einfallslosigkeit der Politiker, ist das größte. Barack Obama, der auch bei Fragen wie Abtreibung, Einwanderung oder den in den USA sehr umstrittenen Homo-Ehen einen sehr ausgewogenen Standpunkt vertritt, bekämpft diese Hoffungslosigkeit nicht nur durch Sprüche wie das Yes, We Can (der in diesem Buch noch nicht auftaucht) seines 2008-er Wahlkampfes um die Nominierung zum Präsidentschaftskanidaten der US-Demokraten. Er fordert neue Prioritäten und damit ein Umlenken der Steuergelder - weg von den hohen Subventionen für Bauern, Großfirmen und die unter Bush so verhätschelten Reichen zu den Armen.Ja, so einen Kerl könnten wir hier auch brauchen. Als US-Präsident täte er wohl der ganzen Welt gut, aber selbst wenn Sie anderer Meinung sein sollten: ein anregendes, spannendes, kluges Buch ist Die Hoffung wagen auf jedeen Fall.
Sehr gutes Buch - Diese Buch finde ich sehr gut, weil Barack Obama beschreibt wunderbar die Situation in den USA aus poltischer und menschlicher Hinsicht. Dazu gibt er Lösungsverschläge über die auch mal deutsche Poltikter nachdenken sollten. Aber der Ausführung dieser Vorschläge hält er sich recht vage. Was mich stört ist das man dieses Buch mit einem Duden an der Seite lesen sollte, weil viele Fremdwörter benutzt werden, die nicht jedem geläufig sind. Wobei man sich hier fragen muss, ob er das selbst oder die Übersetzer verbrochen haben. Und man muss das Buch mit viel Ruhe um sich herum lesen, weil man sich sehr konzentrieren muss, um alles richtig zu verstehen.
Der Mann schreibt wie er redet... - ...und wer seine mittlerweile schon legendäre Rede vor der Democratic Convention 2004 noch im Ohr hat weiß, dass das nur als Kompliment gemeint sein kann: There is no black America, there is no white America, there is no Latino, no Asian, no conservative and no liberal America. There is only the United States of America rief der Senator aus Illinois der aufgepeitschten Menge zu. Mit den inhaltlich simplen und rhetorisch brillant artikulierten Sätzen, hat Barack Obama einen Nerv getroffen in einem Land, dass zu diesem Zeitpunkt bereits vier Jahre lang von einer religiös-rechten Administration gespalten worden war. Auch der Satz The Audacity of Hope, was jetzt in der deutschen Ausgabe etwas weniger pathetisch mit Hoffnung wagen übersetzt worden ist, kam in seiner Rede vor. 2006 hat Obama schließlich das Buch zur Rede auf dem Markt gebracht, um über sein Leben, seine Politik und seine Interpretation des American Dream zu schreiben.Das Buch skizziert unter anderem ganz grob die Politik, die ein möglicher Präsident Obama verfolgen würde. Und wenn man liest, was für eine Politik ein möglicher Präsident Obama zu vertreten gedenkt, können einem alten Europäer die Freudentränen kommen: I believe in evolution, scientific inquiry and global warming, I believe in free speech, whether politically correct or politically incorrect, and I am suspicous of using government to impose anybody s religious beliefs - including my own - on nonbelievers (10). Des Weiteren spricht er sich für eine allgemeine Krankenversicherung, das Recht auf Abtreibung, für schärfere Waffengesetze und für eine Außenpolitik, die die internationalen Institutionen respektiert, ein.Auffälligstes Merkmal Obamas ist jedoch, dass er für eine parteiübergreifende Politik eintritt, die die Wunden des Landes heilen und das Versprechen des American Dream erneuern soll. So betont er in den ersten beiden Kapiteln Republicans and Democrats und Values, dass die beiden Parteien doch durch die identischen Werte verbunden werden und somit zum Wohle des amerikanischen Volkes häufiger kooperieren sollen.The Audacity of Hope kann uns Europäern auch einen Einblick in das Wesen der USA geben, was uns in den vergangenen Jahren so fremd geworden ist. Im Kapitel Faith betont er seinen festen Glauben an Gott (ohne den man in Amerika auch nicht wählbar ist). Dabei distanziert er sich jedoch von den radikalen Evangelikalen, die die Trennung zwischen Staat und Kirche aufheben wollen. Ebenso wird im Kapitel Family die herausragende Bedeutung dieser Institutionen herausgearbeitet. Der europäische Leser mag da das eine oder andere Mal verwirrt die Augenbrauen hochziehen, was denn teilweise intime familiäre Details in einem größtenteils politischen Buch zu suchen haben. Doch neben einer offen zur Schau gestellten Religiosität muss man auch das Image eines perfekten Familienlebens kreieren. Sonst braucht man sich erst gar nicht für politischen Ämter bewerben.The Audacity of Hope klingt fast zu schön, um wahr zu sein. Obama schreibt mit so viel Energie und ehrlich klingender Überzeugung , dass man ihm alles glauben will. Wenn er als Präsident die hier dargestellte Politik tatsächlich verwirklicht, dann würde sich das sicherlich positiv auf das transatlantische Verhältnis auswirken.Fazit: Glänzend geschriebenes Buch über die mögliche politische Zukunft der USA. In Europa heißt es nun Daumen drücken, dass sich die Demokraten in den kommenden Monaten nicht auf der Suche nach einem/einer Präsidentschaftskandidaten/Präsidentschaftskandidatin noch mehr zerfleischen, als es bisher leider schon der Fall gewesen ist. Das Duo Clinton/Obama wäre doch die perfekte Lösung. Nur über die Reihenfolge müsste man sich dann noch einigen.