USA : Blackwater. Der Aufstieg der mächtigsten Privatarmee der Welt

Blackwater. Der Aufstieg der mächtigsten Privatarmee der Welt

EUR 22,00


Komplette Enttäuschung - Das Buch enttäuscht auf ganzer Linie. Es handelt sich um das erste Buch, das ich mit einem Stern bewerte. Blackwater kommt im Buch eher als Nebenthema vor. In großen Teilen des Buches behandelt der Autor statt dessen seine Meinung zur amerikanischen Innenpolitik oder zur Situation im Irak und stellt nur sehr indirekte Bezüge zum eigentlichen Thema her.Auf den ersten 50 Seiten beschreibt der Autor die Familie des Firmengründers. Dieses Kapitel ist in erster Linie eine Anklage der vom Autor abgelehnten konservativen politischen Positionen. Auf die Fachdiskussion über den Einsatz von Sicherheitsunternehmen geht Scahill jedoch leider nicht ein. Er ignoriert jeglichen sicherheitspolitischen Kontext und begnügt sich damit, den Einsatz als Ergebnis einer Verschwörung der politischen Rechten darzustellen. Er ignoriert nicht nur, dass Blackwater während der Clinton-Administration entstand, sondern polemisiert auch höcht widersprüchlich, wenn er unterstellt, dass die entscheidenden Poliker gleichzeitig überzeugte christliche Fundamentalisten und wirtschaftliche Opportunisten seien. Auf den nächsten 100 Seiten stellt er seine Meinung zur Situation im Irak dar. Über Blackwater erfährt man hier nur, dass die Firma irgendwie im Irak aktiv ist, Personenschutz leistet, in einem Fall (Najaf) an Kampfhandlungen beteiligt war und vier Mitarbeiter in Hinterhalt verlor. Soviel hätte man auch aus jedem besseren Zeitungsartikel erfahren können. Im gesamten Buch fehlen weitestgehend Details zu Einsätzen, Mitarbeitern, Taktiken, Erfahrungen und andere Hintergrundinformationen. Scahill stützt sich in erster Linie auf Sekundärquellen und ist sehr meinungslastig. Die Kapitel des Buches reihen in der Regel zitierte Meinungen von Personen aneinander, die Scahills Position unterstützen. In dem meisten Fällen werden dabei Personen wie Naomi Klein zitiert, die wie Scahill in erster Linie politische Kommentatoren ohne themenbezogene Erfahrung oder Expertise sind. Nur in Ausnahmefällen hat er mit direkt am Geschehen beteiligten Personen gesprochen.Er ist durchgängig äußerst unsicher in der Bewertung militärischer und strategischer Sachverhalte. Man merkt ihm an, dass er in diesen Bereichen keine praktische Erfahrung und auch keinen relevanten akademischen Hintergrund besitzt. Dabei wären entsprechende Kenntnisse die Grundvoraussetzung für akkurate Bewertungen. Einige Beispiele: Private Military Contractors sind gemäß Genfer Konvention, anders als von ihzm behauptet, keine Söldner, und die Bekämpfung von Kombattanten in Moscheen ist nicht völkerrechtswidrig. Die völkerrechtlich legitime Tötung gegnerischer Kombattanten bezeichnet er als Mord, und durchführende Kräfte als Todessschwadronen. Die moralisch aufgeladene Sprache des Autors ist unpräzise und unsachlich, was dem Thema völlig unangemessen ist.Häufig überschreitet Scahill beim Versuch zu polemisieren die Grenzen der Seriösität, z.B. wenn im Rahmen des Hurricanes Katrina eingesetzte Blackwater-Kräfte mit Braunhemden der SA vergleicht. Nach Fakten, die solche gewagten Urteile stützen würden, sucht man vergeblich.Leider traut Scahill zudem dem Leser nicht zu, eigene politische Werturteile zu fällen. Anstatt entsprechend guter journalistischer Praxis die erforderlichen Informationen sauber zu recherchieren und dem Leser das Urteil zu überlassen, fällt Scahill die Urteile für den Leser und lässt die Informationen zu häufig einfach weg. Wertende Adjektive ersetzen fehlende Fakten durchgehend. Scahill konnte offenbar keinen Experten zum Thema für eine Buchempfehlung gewinnen und musste statt dessen auf Personen wie Michael Moore oder Arundhati Roy zurückgreifen, die keinerlei Expertise zum Thema besitzen und ebenfalls eher durch unsachliche und schlecht informierte Polemik aufgefallen sind. Diese Empfehlungen auf dem Buchrücken sollten jedem Leser als Warnung ausreichen. Leser mit fachlichem Interesse können Scahills Buch getrost ignorieren und sollten zu Corporate Warriors von Peter Singer greifen.

Amerikas Söldner im Kreuzzug für Freiheit und Demokratie - Seit dem Beginn des Irak-Kriegs 2003 und der damit verbundenen anhaltenden Besatzungszeit trat in den Medien ein Phänomen immer wieder besonders hervor, das der privaten Sicherheitsfirmen, die im Irak eine wahre Goldgrube entdeckt haben. Im Zusammenhang mit dieser Entwicklung war es vorwiegend die Firma Blackwater, deren Name spätestens seit der blutrünstigen Ermordung von 4 ihrer Söldner am 31. März 2004 in Falludscha in aller Munde ist. Doch was steckt hinter diesem Sinnbild einer modernen Sicherheitsfirma die wie keine zweite für die Privatisierung der Kriegsführung steht? Democracy Now!-Korrespondent und The Nation-Mitarbeiter Jeremy Scahill hat mit Blackwater - Der Aufstieg der mächtigsten Privatarmee der Welt einen wertvollen Beitrag zur Aufklärung dieser Frage geleistet.Von der Gründung Blackwaters als Trainingszentrum durch den ehemaligen Navy SEAL und Millionärssohn Erik Prince, die von der Fachwelt begeistert aufgenommen und begrüßt wurde, bis zur Gründung von Blackwater Security Consulting im Jahre 2002 zeichnet Jeremy Scahill die Geschichte dieses symbolträchtigen Unternehmens nach und lässt dabei auch die politischen Verstrickungen Prince nicht im Dunkeln, der dank seiner Kontakte unter den Neokonservativen und christlichen Rechten schon bald auch einen günstigen Vertrag mit dem Pentagon schließen konnte. Möglich gemacht wurde das nicht nur durch die Besetzung wichtiger Posten mit republikanischen Managern aus Rüstungskonzernen, sondern auch durch Donald Rumsfelds vitales Interesse an einer möglichst umfassenden Privatisierung der US-Streitkräfte. Bereits Verteidigungsminister Dick Cheney kürzte unter Bush sen. Das Militärbudget um 10 Milliarden Dollar und reduzierte die Truppenstärke von 2,2 auf 1,6 Millionen und legte somit den Grundstein für jenen Boom, der 2003 einsetzte, als die USA zusammen mit privaten Militärfirmen im Irak einmarschierten und wenige Jahre später feststellten mussten, anfangs zu wenig Truppen eingesetzt zu haben.Im Irak heisst das große Geschäft nach dem Krieg nicht Öl sondern Sicherheit. schrieb die Londoner Times (wie sie auf Seite 106 zitiert wird) und so wurde das Land von Euphrat und Tigris bald zum El Dorado für Sicherheitsfirmen, deren Mitarbeitern nach dem Abgang des US-Verwalters Paul Bremer sogar eine rechtliche Immunität (ebenfalls für Mord) garantiert wurde. Spitzengehälter und eine enorme Nachfrage an qualifizierten Personal zogen allerdings auch zwielichtigere Subjekte an, so fanden sich im Dienste Blackwaters zeitweise auch Hunderte Chilenen die einst für die Pinochet-Diktatur gemordet und gefoltert hatten. Mitunter zu einem Problem wurden selbst Kämpfer fremder Staatszugehörigkeit, deren Staaten nicht zur Koalition gehörten und sich dennoch den gleichen Gefahren von Entführung und Ermordung aussetzten, wie Österreichs prominentester Fall Bert Nussbaumer. Einerseits bietet die Kommerzialisierung des Militärsektors auch eine einzigartige Chance für ehemalige Militärangehörige, die aus Altersgründen meist ohne großartige Berufschancen im zivilen Leben verloren wirken. Der einstige CIA- und Blackwater-Mitarbeiter Jamie Smith beschreibt es sehr treffend (S. 69) Will man wirklich, dass unsere Freiwilligen vor dem Kasernentor Wache schieben, wenn sie stattdessen viel Wichtigeres für uns leisten könnten? doch dagegen kontert etwa der Publizist Peter W. Singer (S. 247) Diese Firmen reden davon, wie sie Kätzchen von Bäumen retten könnten, wenn die große böse Weltgemeinschaft sie nur ließe, aber die Situation ist weitaus komplizierter. Solcherart Lobbyismus zielt nicht selten darauf ab, den Leuten etwas vorzugaukeln.... Was FedEx für die Postbeförderung geworden ist, will Blackwater in der Kriegsführung werden, um die staatliche Konkurrenz in jeder Hinsicht auszubooten. Firmen wie Blackwater sind dabei sehr geschickt darin sich öffentlich zu positionieren und gerade hinter den Kulissen die richtigen Strippen zu ziehen, womit sie auch zum idealen Mittel werden, etwa den Posse Comitatus Act zu umgehen und als schwer bewaffnete Sicherheitstruppen im eigenen Land tätig zu werden, was sonst nur der Nationalgarde auf Anweisung des Gouverneurs oder Präsidenten möglich wäre. Ebenso denkwürdig ist die Möglichkeit private Ausbildner im Ausland für die Aufstellung von Sicherheitskräften und Spezialeinheiten einzusetzen und das auf völlig legaler Basis, ohne in Kongressausschüssen über eine verdeckte oder offene Intervention abzustimmen.Ob Outsourcing bei gut belegten Beispielen von Missbrauch durch Gewinnsmaximierung und Rechnungslegung mit kaum vertretbaren Mehrkosten wirklich das Patentrezept für die US-Besatzungspolitik im Irak sein kann, ist fragwürdig. Dessen ungeachtet werben entsprechende Firmen mit immenser Kosteneffizienz und machen so potentiellen staatlichen Auftraggebern ihr Angebot schmackhaft, während sie private Auftragnehmer offensiv ermuntern die Kosten für Sicherheitskräfte dem Kunden mit in Rechnung zu stellen. So faszinierend und neuartig diese Idee auf manchen wirken mag, ganz neu ist sie nicht, man versuche sich nur an die Geschichte des Söldnertums in so manchen Bürgerkriegen des 20. Jahrhunderts und im Zusammenhang mit kolonialen Ambitionen erinnern. Obwohl manche Angriffe auf die Neokonservativen und den militärisch-industriellen Komplex einen gewissen ideologischen Anstrich offenbaren, wie auch die Empfehlungen Michael Moores und Naomi Kleins, so gilt es Jeremy Scahill doch ein beachtliches Maß an Glaubwürdigkeit zuzugestehen. Seine Recherchen beruhen nicht allein auf Werken zum Thema, sondern auch den Interviews mit ehemaligen und großteils sogar namentlich genannten ehemaligen Blackwater-Mitarbeitern, sowie eigenen journalistischen Recherchen. Ideologie hin oder her, die Quellen werden angeführt und was zählt ist letztlich die Information und nicht die Aufmachung, an der vielleicht noch jemand Anstoß findet. Sollte das Buch wie angekündigt im Stile von Michael Moores Fahrenheit 9/11 verfilmt werden ist das für dieses kommende Meisterwerk des Enthüllungs-Journalismus eine gebührende Anerkennung.Fazit:Jeremy Scahills Blackwater ist gut recherchiert ein exzellentes Beispiel für investigativen Journalismus und spannend wie erschütternd ein Buch das den Leser nicht mehr so leicht los lässt.

Beängstigend spannend - Am Blackwater zeigt sich, wie privatwirtschafltiche Unternehmen und fundemantalistische Christen die US-Regierung unterwandern und die Demokratie ausgehebelt wird.Die Macht und der Einfluss dieser Kreise auf die Bush-Regierung werden deutlich am Irak-Krieg, der massgebend auf das Betreiben von Leuten wie Wolfowitz, Cheney, Rumsfeld und anderer, diesen Kreise nahe stehender Männer zurückzuführen ist.Firmen wie Halliburton und Blackwater haben handfeste Interessen, die einserseits rein finanziell sind und andererseits einem unheimlichen neokonservativen fundamentalistischen Evangelikalismus zu Grunde liegen.Diese Kreise versuchen mit allen Mitteln, die USA zurück auf den rechten Weg zu bringen und scheuen auch vor Gewalt nicht zurück.Schon Demokraten (d.h. Anhänger der Dem. Partei) sind in ihren Augen Landesverräter und Auswüchse des Bösen. DIese gilt es zu bekämpfen.Spannend geschrieben und genau recherchiert bietet dieses Buch eine Fülle beängstigender Informationen, die einen fürchten lassen, dass die USA, sollten die Vertreter dieser Ideologien an die Machthebel kommen, noch weitere Abenteuer à la Irak starten werden. Der War on Terrorism wird instrumentalisiert zur Hatz auf Andersdenkende und ist in Wirklickeit ein Krieg gegen den Islam und gegen den Liberalismus.Dieses Buch liest sich wie ein Thriller und am Ende bleibt die ernüchternde Tatsache, dass das alles wahrscheinlich wahr ist...

Ein lesenswertes, gut recherchiertes Buch über die Zukunft des Krieges, die längst schon in vielen Teilen der Welt begonnen hat - Während des vergangenen Jahres mehrten sich die Nachrichten aus dem nicht gerade nachrichtenarmen Kriegsgebiet im Irak, dass private Personenschützer im Auftrag der amerikanischen Regierung in militärische Handlungen verwickelt waren, bei denen viele Menschen getötet wurden. Immer öfter wird in den Medien der Name Blackwatererwähnt, eine von etlichen sogenannten Private Military Companies, die in den letzten Jahren immer mehr ans Licht der Öffentlichkeit gekommen sind.Das vorliegende, hervorragend recherchierte und gut geschriebene Buch ist gedacht für eine breite Leserschaft und entstanden in der Absicht und der Hoffnung, militärische Aufträge an Private endlich zum Gegenstand einer öffentlichen Debatte über den Staat zu machen.Und das ist dringend nötig. Nach Scahills Recherchen halten sich 100 000 private Soldaten derzeit in Irak auf, eine Truppe, genauso stark wie die regulären amerikanischen Streitkräfte. Bei den Briten ist das Verhältnis noch übler: auf 7200 reguläre Soldaten kamen 21000 Mann im Sold englischer Privatfirmen.Wie Scahill schreibt, rekrutieren die Privaten wie Blackwater ihr Personal aus den Reihen amerikanischer Eliteeinheiten, chilenischer und kolumbianischer Sonderkommandos, viele südafrikanische Truppen, die dort keine Verwendung mehr finden. Für ein recht hohes Gehalt ziehen sie weiter in den Krieg.Blackwater als mächtigste Privatarmee der Welt verfügt sogar über eine eigene Luftflotte und bietet sich, gegen entsprechendes Honorar, versteht sich, an zum Einsatz in allen Krisengebieten der Erde.Es geht in diesem Buch letztlich darum, wie staatliche Akteure die Privatisierung des Krieges betreiben, mit allen bedenklichen Folgen für das staatliche Gewaltmonopol und die Demokratie. Ein lesenswertes Buch über die Zunft des Krieges , die längst schon begonnen hat.

in Deutschland ein unbekanntes Thema - In dem Buch beschäftigt sich Jeremy Scahill, entgegen dem Titel, nicht nur mit Blackwater, sondern mit dem Aufstieg der Söldnerfirmen weltweit. Der Aufstieg Blackwaters steht hier sinnbildlich für die zahlreichen Söldnerfirmen, die sich im Irak verdingen und die Bemühungen der amerikanischen Regierung militärische Aufgaben an Privatfirmen zu übergeben.Eine Entwicklung die in den deutschen Medien nicht thematisiert wird. Allein aus diesem Grund ist es interessant sich dieses Buch zu Gemüte zu führen.Bei so einem Buch stellt sich natürlich die Frage nach dem Wahrheitsgehalt. Der Autor hat in seinem Buch zahlreiche Quellen (ca.1000) angegeben, aus die er seine Informationen bezieht. Hier könnte man als negativ anführen, dass er sich meistens auf Artikel von anderen Journalisten verlässt. Auf der anderen Seite benutzt er jedoch auch eigene Interviews, die er mit den Beteiligten geführt hat. Alle seine Quellen sind gut angegeben und lassen sich so einfach nachverfolgen und überprüfen.Ein weiterer Kritikpunkt wäre, dass man bei dem Autor eine Tendenz gegen Bush erkennen kann. Jedoch bemüht sich Jeremy Scahill um eine objektive Schreibweise. So versucht er ausschließlich die von ihm gesammelten Fakten sprechen zu lassen. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass es ein gut recherchiertes Buch über ein unbekanntes Thema ist. Wer sich schon immer gefragt hat, warum die Aktien der Söldnerfirmen seit dem Irakkrieg riesige Kursgewinne haben, wird hier eine Antwort finden. Für mich war es auf alle Fälle sehr lesenswert.




Blackwater. Der Aufstieg der mächtigsten Privatarmee der Welt